Wieder einmal ausgebucht war unsere Kulturveranstaltung, die diesmal nach Landsberg führte, genauer gesagt in das unterirdische Landsberg. Unser Stadtführer Andreas Münzer erschien in historischer Kluft und mit großem Geschichtswissen, das er erstaunlich locker in seinen Rundgang einzustreuen wusste. Der Keller unter dem historischen Rathaus war nicht nur zur Aufbewahrung von Vorräten genutzt worden, sondern auch als Arrestzelle. Davon zeugen viele Zeichen und Symbole an den Wänden, die Inhaftierte dort hinterließen.
An der historischen Salzstraße gelegen, hatte die Stadt regen Zu- und Durchlauf, was sie in lebendigem Austausch und Wandel hielt.
Im benachbarten
Ursulinenkloster wurde der Keller als Gruft für Schwestern genutzt, aber auch wieder aufgegeben, wovon die vielen leeren Grabnischen erzählen. Zur Vorratshaltung diente hier ein Dachstuhl mit historischem Gebälk und einer Seilwinde. Zum Schluss besuchten wir noch eine versteckt gelegene ehemalige Schlachterei, die an einer nahezu originalen mittelalterlichen Gasse liegt: schmal, eng und mit Lechkieseln gepflastert. Gerade hier war authentisch die fast tausendjährige Stadtgeschichte spürbar, die uns Herr Münzer facettenreich näherbrachte.
