Einkehrtag

Wie hoch ist ihr Barmherzig-keitsquotient?

Mit solchen Fragen rüttelte Frau Dipl. Theologin Maria Anna Immerz (Bild rechts), die Referentin des diesjährigen DJK Einkehrtages am 13. Februar in Leitershofen, ihre Zuhörer immer wieder aus der Komfortzone.

 

Sie, die die DJK ja gut aus früheren Tagen kennt, als sie noch als Ordinariatsrätin für die Verbände zuständig war, verstand es hervorragend, trotz des nasskalten Wetters Bewegung in ihren Vortrag einfließen zu lassen. Damit war beim Thema „Markenzeichen Barmherzigkeit – mit Papst Franziskus auf der Spur eines barmherzigen Lebens mit anderen, der Schöpfung und uns selber“ sicher nicht zu rechnen.

Frau Immerz aber ließ keinen Zweifel daran, dass auch Barmherzigkeit vom Geben und Annehmen lebt, und setzte dies gleich praktisch um: sie ließ die fünfzig Teilnehmerinnen zum Beispiel sich gegenseitig drohen und segnen und den Unterschieden nachspüren. Pressebilder von Papst Franziskus zeigen, wie wichtig ihm dieses Thema ist, wie er sich hier auf Augenhöhe mit den Menschen bewegt und uns so herrlich unverkrampft begegnet. Damit dient er auch als Vorbild: bei ihm darf alles erstmal sein, auch wenn es nicht so bleiben muss – man muss sich selbst mit allen Schwächen, Macken und Stärken annehmen wie seinen Nachbarn/Nächsten: das ist barmherzig.

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Den autonomen Alleskönner in uns sollten wir besser ablegen und unseren Mitmenschen Chancen geben, barmherzig zu sein: wo wir um Hilfe bitten, „ich brauch dich“ sagen, schaffen wir Raum für Barmherzigkeit.
Anmerkung des Redakteurs: Übrigens auch eine Erfahrung, die ich als Pilger machen durfte: meine Hilfsbedürftigkeit öffnet viel mehr Herzen als geglaubt, und beide Seiten profitieren letztendlich davon.
Und so gelingt es uns vielleicht auch „schrittweise von dem wegzugehen, was wir möchten, hin zu dem, was Gottes Schöpfung nötig hat“, wie es die Enzyklika ‚Laudato si‘ empfiehlt. Der Theologe Paul M. Zulehner jedenfalls ist sich sicher: „Wer ganz in Gott eintaucht, taucht bei den Armen wieder auf.“ So könnte Barmherzigkeit sich, der Schöpfung und anderen gegenüber durchaus dazu führen, dass wir an Gottes Reich hier auf Erden mitarbeiten, die Welt nach seinem Plan verändern.

Abschließend feierte Pfarrer Anton Schmid noch einen Gottesdienst mit den Teilnehmern dieses anspruchsvollen und bewegten DJK-Einkehrtages.

Uli Krauß, geschäftsführender DJK-Bildungsreferent