Der Diözesantag in Leitershofen konnte am ersten Novemberwochenende gerade noch bei Ampelphase grün in Präsenz durchgeführt werden, und das sollte sich für den Verband letztendlich lohnen.

Aber dazu später.
Begonnen hatte die Versammlung am Freitag mit einem gemeinsamen Abendessen im Exerzitienhaus. Vizepräsident Simon Krauß begrüßte die Delegierten im Foyer in Vertretung des indisponierten Präsidenten Christian Liebl, der zwar mit seiner Gattin Doris gekommen war, aber nicht selbst das Wort ergreifen konnte. Vor allem die Ehrengäste aus Bund und Land, Präsidentin Elsbeth Beha und Präsident Edmund Mauser erwiesen dem DV Augsburg die große Ehre mit ihrer Teilnahme trotz voller Terminkalender. Dass an diesem Abend nur ein Drittel der Vereine vertreten war, schmerzte die Veranstalter zwar – war aber aufgrund der Raumverhältnisse für alle Anwesenden auch entlastend.
Zu Beginn wurde dann dem scheidenden Präsidenten Christian Liebl von der Präsidentin Elsbeth Beha die höchste Auszeichnung des Bundesverbandes überreicht: das Carl-Mosterts-Relief als Anerkennung seiner Verdienste auf allen Ebenen, vom Heimatverein Augsburg –Hochzoll, wo er eine große Rehasport-Abteilung leitet, bis hin zu Konferenzen auf Landes- und Bundesebene. Stets klug und fachkundig waren seine Beiträge, seinen eigenen Verband kann er gut bestellt übergeben.

Im Anschluss daran wurde von Bildungsreferent Simon Marschall eine kurze Übersicht zum aktuellen Thema Nachhaltigkeit gegeben und an den bisherigen Bemühungen der Vereine festgemacht. Gerade die junge Generation möchte in ihren Lebensbereichen einen respektvollen Umgang mit unseren Ressourcen verwirklicht wissen und ein Engagement im Sportverein auch davon abhängig machen.
Das nachfolgende Speed-Dating an Thementischen (zu Senioren, Spiritualität, Jugend, Öffentlichkeitsarbeit und Nachhaltigkeit) sollte allerdings hauptsächlich die Delegierten miteinander ins Gespräch bringen und so das Netzwerk untereinander festigen- was auch gelang: es wurde ein munterer Abend und für manche – wie so oft bei Diözesantagen -eine kurze Nacht.

Am darauf folgenden Samstag füllte sich dann der Saal und unser geistlicher Beirat Hubert Ratzinger konnte mit seinem musikalisch garnierten Impuls 40 DJKler:innen erreichen. Vizepräsident Klaus Egger begrüßte die Anwesenden und lud die Ehrengäste zu einem Grußwort auf die Bühne. Sehr herzlich und frei vorgetragen brachte Elsbeth Beha ihre Grüße an, Edmund Mauser schloss sich dem aus der Sicht des Landesverbandres Bayern an. BLSV-Vizepräsident Bernd Kränzle würdigte die Leistungen von Land und Kommune für die wichtige Arbeit, die tagtäglich in den Vereinen geleistet wird.
Statt eines Rechenschaftsberichts des Präsidenten versuchte Dienststellenleiter Uli Krauß die Entwicklungen im Diözesanverband aufzuzeigen und zu bewerten: den Rückzug und fälligen Generationswechsel im Ehrenamt, die Bemühungen aller Verantwortlichen in der Pandemie, die daraus erarbeiteten neuen Möglichkeiten, die Bedeutung einer christlichen Ausrichtung für die DJK-Vereine und die Chancen gemeinsamer Anstrengungen im Verband für das (Über)Leben der Vereine.

Der Bericht des Finanzpräsidenten und der Kassenprüferinnen wies erfreuliche Zahlen und saubere Haushaltsführung nach.
Nach diesen wort- und zahlenreichen Ausführungen wurde die Aufmerksamkeit beispielhaft auf die Leistungen zweier Vorsitzenden gelenkt, die sich in den letzten Jahren um ihre Vereine verdient gemacht haben. Hubert Ackermann, der die Erneuerung der DJK Penzberg vorantreibt, was nicht nur in den Umkleideräumen und am Sportplatz zu bemerken ist, sondern was sich auch in einem Leitbild und Schutzkonzept für die Mitglieder niederschlägt. Daneben hat Günter Spindler die von vielen Jahrzehnten durch Hermann Gerstmayr geprägte DJK Nord übernommen und durch eine arbeitsreiche Umbau- und Digitalisierungsphase geführt. Beide sind wichtige Ecksteine ihres Vereins und arbeiten bescheiden, aber effektiv an der Zukunft. Das DJK Ehrenzeichen in Bronze soll diese Leistungen auch nach außen deutlich machen.

Lebhaft (m)unterbrochen wurde der Regularientag von Kerstin Mayers Neurokinetik-Einheit, mit der sie alle Anwesenden an ihren koordinativen Grenzen und zu spontanen Lachsalven brachte.
Danach folgten angeregte Diskussionen zu geplanten Ergänzungen in der Diözesansatzung, die allesamt auch leicht verändert verabschiedet werden konnten: die kirchliche Grundordnung für Angestellte, die Beschlussfähigkeit des Präsidiums und eine Amtszeit für Fachwarte sowie die Möglichkeit einer Nachnominierung ins Präsidium.
Nach dem leckeren Mittagessen folgte ein informativer Block zu verschiedenen Themen: dem schleichenden Rückzug aus Vorstandsämtern in den Vereinen könnte eine Verwaltungsgemeinschaft als Unterstützung entgegentreten. Deren Aufgabenprofil, die Finanzierung und rechtliche Absicherung soll in einer Sitzung interessierter Vereine erarbeitet werden, die der DV initiieren und dazu einladen wird. Da die Zeit bei einigen Augsburger Vereinen drängt, soll dies auch möglichst bald geschehen. Peter Monz, Vorsitzender der DJK Pfersee, Beisitzer im Präsidium und Mitglied im Sportbeirat der Stadt sieht sich hier in der federführenden Pflicht.

Auch soll ein Nachhaltigkeitspreis von DV ausgelobt werden, um Vereine zu mehr Anstrengungen in diese Richtung zu motivieren und zu unterstützen.
Die fälligen Wahlen brachten zum Abschluss des Diözesantages noch einige Überraschungen hervor: Klaus Egger stellte sich wieder als Präsident zur Verfügung und wurde natürlich ebenso einstimmig gewählt wie Vizepräsident Simon Krauß. Überraschend war die Bereitschaft von Basketball-Fachwart Uli Häfele (Nord) das Finanzresort als Vize zu übernehmen, was zu sichtlicher Entspannung bei seinen Kollegen Anlass gab. Und als sich dann im Nachgang auch noch Karl Kaiser (Leitershofen) als dritter Stellvertreter zur Wahl stellte, war alle Skepsis über die Zukunftsfähigkeit im Präsidium verflogen. Den lang vakanten Platz als Sportwart neben Doris Liebl nahm Tisch

tennis-Fachwart Bernd Stummer ein und der Vereinsvorsitzende der DJK Wertachtal Francis Stimpfle übernahm das Amt als dritter Beisitzer neben Vroni Kreuzer-Jakob (Breitenthal) und Peter Monz(Pfersee). Reinhold Sedlak verabschiedete sich als stellvertretender Geistlicher Beirat wie auch Bibiane Stimpfle nach vier Jahren Amtszeit nicht mehr als Vizepräsidentin zur Verfügung stand. Ihnen gebührt herzlicher Dank für Ihre geleistete Arbeit.
Zufrieden und dankbar folgte als Höhepunkt noch ein gemeinsamer Gottesdienst, den der neu installierte Verbändereferent der Diözese, Pfarrer Dominik Zitzler mit der DJK-Familie feierte und den Reinhold musikalisch begleitete: Wir müssen das wagen, was uns unmöglich scheint, weil wir es noch nie versucht haben – nur so kann es gelingen. Diese zutiefst christliche Zuversicht soll auch unsere Bemühungen in der DJK begleiten und uns Mut für die Aufgaben der Zukunft machen. Beseelt und ermutigt von dieser Zusage kehrten die Delegierten wieder zurück in ihre Vereine.
