Über die Berge nach Sterzing – eine Alpenüberquerung, die verbindet

Sieben Tage, 14 Menschen, jede Menge Höhenmeter und sieben Berge aus dem Matthäusevangelium als inhaltliche Begleiter: Vom 6. bis 12. September führte die gemeinsame Alpenüberquerung von DJK und Frauenbund von Schwaz nach Sterzing. Dabei ging es um mehr als darum, einen Weg über die Alpen zurückzulegen. Die sieben Berge, von denen das Matthäusevangelium erzählt, gaben der Woche einen inhaltlichen roten Faden. An jedem Tag stand ein anderer Berg und damit ein anderer Gedanke im Mittelpunkt. Die Impulse luden dazu ein, den eigenen Weg, die Gemeinschaft und das Leben aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Gestartet wurde in Schwaz. Die ersten Etappen führten von Innerst über die Weidener Hütte zur Lizumer Hütte. Die Gruppe fand schnell ihren gemeinsamen Rhythmus. Anstiege wurden gemeinsam bewältigt, Pausen miteinander verbracht und am Abend die Erlebnisse des Tages ausgetauscht. Passend zum ersten Berg aus dem Matthäusevangelium ging es dabei um das Aufbrechen und Sich-auf-den-Weg-Machen. Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt – und auch eine Alpenüberquerung beginnt zunächst mit der Entscheidung, loszugehen.

Am dritten Tag wartete mit rund 1.200 Höhenmetern im Aufstieg und 900 Höhenmetern im Abstieg eine besonders fordernde Etappe. Dazu kam eine ungewöhnliche Situation: Der Weg führte durch militärisches Sperrgebiet, das ab 9 Uhr wegen Schießübungen nicht mehr betreten werden durfte. Also hieß es früh losgehen. Belohnt wurde die Gruppe mit einer grandiosen Bergkulisse auf dem Weg zum Tuxer Jochhaus. Inhaltlich lenkte das Matthäusevangelium dabei den Blick auf Vertrauen. Gerade wenn ein Weg anstrengend wird oder nicht alles planbar ist, tut es gut, darauf zu vertrauen, dass der nächste Schritt gelingt – und darauf, dass die Gruppe gemeinsam weiterkommt.

Auch am vierten Tag blieb es herausfordernd. Vom Tuxer Jochhaus ging es zunächst hinunter nach Hintertux und anschließend wieder hinauf zum Friesenberghaus. Felsen, Bäche und Nebelschwaden machten den Weg abwechslungsreich. Die Sicht war teilweise so eingeschränkt, dass die Hütte erst kurz vor der Ankunft zu erkennen war.

Am „Erholungstag“ führte die Etappe vom Friesenberghaus zur Olperer Hütte – die Gehzeit war mit rund drei Stunden deutlich kürzer. Doch Schnee, frostige Temperaturen und dichter Nebel machten auch diesen Tag zu einer kleinen Herausforderung. Die Landschaft wirkte beinahe unwirklich. Wir wanderten zwischen schroffen Felsen und Wasserfällen.  Auf der Hütte war Zeit zum Durchatmen und Genießen: Bei Kaiserschmarrn und Bergsteigeressen, Spielen und guten Gesprächen wurde aus dem Wandertag ein gemütlicher Hüttennachmittag.

Die Impulse luden dazu ein, innezuhalten und die Perspektive zu wechseln. Nicht immer muss es darum gehen, möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Manchmal liegt das Wertvolle gerade in der Pause, im Gespräch oder in einem Moment, in dem man einfach die Umgebung auf sich wirken lässt.

Am sechsten Tag zeigte sich das Wetter erneut von seiner nassen Seite. Im Nieselregen stieg die Gruppe von der Olperer Hütte zum Schlegeisspeicher ab und wanderte anschließend durch das wunderschöne Zamser Tal weiter zum Pfitscher Jochhaus. Mit dem Überschreiten des Pfitscher Jochs war Italien erreicht. Ein besonderer Moment – und ein guter Anlass, innezuhalten.  Beim gemeinsamen Abschlussgottesdienst konnte die Gruppe auf die vergangenen Tage zurückblicken und das Erlebte noch einmal bewusst wahrnehmen.

Am letzten Tag führte der Weg hinunter nach St. Jakob und schließlich nach Sterzing. Bei einer kurzen Stimmungsrunde wurde deutlich, wie intensiv die gemeinsame Woche gewesen war. Nach einem letzten Impuls segneten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenseitig. In Sterzing angekommen, durfte zum Abschluss natürlich ein gemeinsames Essen in der Pizzeria nicht fehlen. Danach traten alle mit vielen Eindrücken im Gepäck den Heimweg an.

Mehr als nur eine Wanderung

Eine Alpenüberquerung besteht nicht nur aus Gipfeln, Höhenmetern und Kilometern. Es sind die kleinen Dinge, die eine solche Woche besonders machen: ein aufmunterndes Wort am steilen Anstieg, das Warten aufeinander, gemeinsames Lachen, Gespräche am Hüttenabend oder einfach das Gefühl, nicht allein unterwegs zu sein. Die sieben Berge des Matthäusevangeliums gaben dieser Woche dabei einen besonderen roten Faden. Berg für Berg wurde ein anderer Gedanke zum Begleiter – und so wurde der äußere Weg über die Alpen gleichzeitig zu einem persönlichen Weg.

Sport, Gemeinschaft und Besinnung gehörten ganz selbstverständlich zusammen. Die Berge waren dabei nicht nur Kulisse, sondern manchmal auch Lehrmeister: Es gibt steile Wege, Umwege, Nebel und Gegenwind – und es hilft, wenn man gemeinsam unterwegs ist.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Teilnehmern für diese besondere Woche und allen, die zum Gelingen der Alpenüberquerung beigetragen haben. Ebenso freuen wir uns über die gelungene Zusammenarbeit von DJK und KDFB, die diese besondere gemeinsame Zeit ermöglicht hat.

Sieben Tage. Sieben Berge. Ein gemeinsamer Weg. Und viele Erinnerungen, die bleiben.