Mit Herbert-Lorenz Mayr verliert die DJK in Augsburg einen Mitstreiter, der über 23 Jahre den Verband als Geistlicher Beirat prägte und gestaltete.
Im Jahr 1981 hatte Pfarrer Mayr nach dem überraschenden Tod von P. Martin Söll SDB das Amt des Geistlichen Diözesanbeirats der DJK übernommen. Es waren große Schuhe, in die er hier schlüpfte, denn P. Martin hatte als ehemaliger DJK-Bundeskaplan den Augsburger Verband entschlossen aufgebaut und eine Geschäftsstelle mit drei hauptberuflichen Kräften besetzen können. Pfarrer Mayrs Schuhe hatten dafür aber besondere Bodenhaftung: sie hatten Stollen.
Pfarrer Mayr war kein Macher wie sein Vorgänger – er hatte andere Talente, die er zum Wohl der DJK einbrachte: ein charmanter, fröhlicher und menschenfreundlicher Hirte, der mit seiner Ausstrahlung und Witzen ganze Abende füllen konnte. Er war aber auch das, was man heute einen Netzwerker nennen würde. Seine Kontakte vor allem in die Welt des Fußballs schufen ein neues Bild vom Zusammenspiel von Kirche und Sport. Seine Mitbrüder scoutete er auf ihre sportlichen Fähigkeiten hin, um eine schlagkräftige Mannschaft zu den Klerusmeisterschaften der Diözesen anführen zu können. Für wohltätige Zwecke kickte er bei der Traditionsmannschaft des FC Augsburg und bei den Datschiburger Kickers an der Seite namhafter Größen wie dem Fußball-Weltmeister von 1954 Uli Biesinger oder Helmut Haller. Das Wohl des Augsburger Aushängeschilds FCA lag ihm am Herzen: über 50 Jahre war er dort (Ehren-)Mitglied mit großzügigem und leidenschaftlichem Herzen. Er stiftete eine Kerze, die für die Erfolge des Vereins brannte, und durfte 2009 sogar die neu geschaffene Arena segnen.
Geboren wurde er in Wörleschwang, nahe der Wallfahrtskirche Violau, zu der seit den 70er Jahren jährlich im Juli die Sportler ziehen und ihren Gottesdienst feiern. Als Pfarrer übernahm er nach seiner Kaplanszeit in Augsburg-Oberhausen bei St. Joseph dann die Kriegshaber Pfarrei St. Thaddäus, die dem Heiligen Judas Thaddäus geweiht ist, dem Helfer in aussichtslosen Lebenslagen. Diesen Fürsprecher konnte Herbert Mayr des Öfteren um Unterstützung anrufen, wie Augsburger Fußballfans leidvoll bestätigen werden. Ob auch der Patron seiner zweiten Pfarrei, St. Vitus in Oberhausen so eingespannt wurde, kann ich nicht sagen. 9 Jahre war er dort als Priester tätig und wechselte zum Berufsende hin noch in die Klinikseelsorge, wo seine menschenfreundliche, gläubige Frohnatur sicher auf dankbare Ohren stieß.
Sogar im Krankenbett, das er die letzten Jahre kaum mehr verlassen konnte, bereitete ihm das Spiel mit dem Ball – in diesem Fall einem Luftballon – noch großen Spaß. Mit 83 Jahren verstarb er nun. Herbert-Lorenz Mayr hinterlässt eine Vielzahl an Menschen, die dankbar und warm an ihn zurückdenken. Unzählige Taufen und Trauungen wurden durch seine segensreichen Hände geschlossen. Unter Menschen blühte er auf und lebte seine Berufung: für Freude, Glaube und Seele zu sorgen. Der DJK Diözesanverband wird ihn in seinen Herzen bewahren.

