Zur 6 Kilometer langen Wanderung zu den Bunkern und Pingenfeldern rund um Straßberg trafen sich 19 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Wanderführer Josef Heirich. Mit Trevira befindet sich in Bobingen ein großer Hersteller von Kunstfasern. Das „Werk“, wie es die Bobinger nennen, hat eine lange Geschichte – und eine Kehrseite. Denn während des Zweiten Weltkriegs nutzte die Wehrmacht vorhandene Fabrikflächen, um Sprengstoff herzustellen. Vom Sprengstoff Hexagon wurden zum Beispiel 80% vom gesamten Reichsgebiet im Januar 1944 hergestellt und was nicht sofort ausgeliefert wurde, in Bunkern gelagert. Rechts der Wertach lautete der Deckname „Fasan I“.
Unsere Wanderung ging entlang dem Leitenberg auf der linken Wertachseite, dem frei zugänglichen Gelände „Fasan II“, südlich vom Schloß Straßberg. Zu sehen sind heute die Ruinen des ehemaligen Verwaltungsgebäudes in denen kurz nach dem Krieg, Julius Pauer ein Waldcafe eröffnete, es war die erste Bobinger Disco, Anfang der 1950-er Jahre. Wenig später erreicht die Gruppe den ehemalien Bahnhof von 1940, eine Halle, die heute noch genutzt wird. Anschließend kamen wir zu den Pingenfeldern (pingen=schürfen) im Wehringer Gemeindewald. Hier wurde von 600 -1000 n.Ch. Bergbau betrieben. Es sind es 86 Trichtergruben, aus denen die eisenhaltigen Knollen gefördert wurden. Die Kneippanlage mit Barfußpfad in der Nähe ist neueren Datums.
Leider kann der Bunker nahe der Kneippanlage, nicht mehr besichtigt werden, weil die Eingänge zugemauert sind.
Gemeinsam ging es noch nach Bobingen in die Pizzeria zum geselligen Beisammensein.
Josef Heirich

